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Darf man unter Einfluss von medizinischem Cannabis mit dem Auto fahren?

Lesezeit: 6 Minuten

INHALTSVERZEICHNIS

Prinzipiell gilt: Wer unter dem Einfluss von THC mit dem Auto fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Erlaubt ist das Fahren nach dem Cannabiskonsum also nicht. Verstöße können empfindliche Strafen nach sich ziehen. Weiterlesen
Cannabis enthält THC, eine psychoaktive Substanz. Sie sorgt für eine Rauschwirkung im Körper und damit zur Einstufung des Cannabis als Betäubungsmittel. Beim Autofahren müssen Sie bei klarem Verstand, konzentriert und verkehrstauglich sein. Daher ist das Fahren unter Cannabis-Einfluss nicht gestattet. Weiterlesen

Verordnet Ihnen Ihr Arzt medizinisches Cannabis, sieht die Rechtslage anders aus. Als Cannabispatient dürfen Sie auch unter Einfluss von THC am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings nur dann, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Weiterlesen

Vor allem in der Eingewöhnungsphase sollten Sie auf das Autofahren verzichten. Empfehlenswert ist es, eine Zeit von vier bis sechs Wochen einzuhalten.Weiterlesen

Ein Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum: das ist der gesetzliche Grenzwert. Dieser ist schnell erreicht.

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Sollten Sie in eine Polizeikontrolle geraten, haben Sie nichts zu befürchten. Weiterlesen
Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll, Nachweise über die Cannabis-Behandlung mit sich zu führen. Es gibt zwar keine Pflicht zum Mitführen von Nachweisen, trotzdem helfen Sie im Falle einer Polizeikontrolle. Weiterlesen

Ja, die Gesetzeslage ist überall gleich. Das Straßenverkehrsgesetz und die Fahrerlaubeisverordnung zählen beide zu den Bundesgesetzen.

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Als Cannabispatient dürfen Sie aus rechtlicher Sicht Autofahren. Wichtig ist nur, dass Sie sich verkehrstauglich fühlen. Weiterlesen
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Medizinisches Cannabis und Auto fahren – ist das erlaubt? Wir verraten Ihnen, ob Sie trotz THC im Blut ein Auto lenken dürfen und was Sie über Cannabis im Straßenverkehr wissen müssen. Die Rechtslage, Verhalten bei Polizeikontrollen und wichtige Tipps auf einen Blick.

Darf man nach der Einnahme von medizinischem Cannabis mit dem Auto fahren?

Prinzipiell gilt: Wer unter dem Einfluss von THC mit dem Auto fährt, begeht lt. §24a StVG eine Ordnungswidrigkeit. Erlaubt ist das Fahren nach dem Cannabiskonsum aktuell also nicht. Verstöße können empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Unter anderem droht eine Geldstrafe. Im Ernstfall kann Ihnen sogar Ihre Fahrerlaubnis entzogen werden. Diese kann nach einem gewissen Zeitraum nur durch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wiedererlangt werden – sofern diese bestanden wurde.

Warum darf man unter Einfluss von Cannabis nicht mit dem Auto fahren?

Cannabis enthält THC, eine psychoaktive Substanz. Sie sorgt für eine Rauschwirkung im Körper und damit zur Einstufung des Cannabis als Betäubungsmittel. Beim Autofahren müssen Sie bei klarem Verstand, konzentriert und verkehrstauglich sein. Daher ist das Fahren unter Cannabis-Einfluss nicht gestattet.

Eine Ausnahme stellen Cannabisblüten und -präparate dar, deren Wirkstoff lediglich CBD ist und den gesetzlichen THC-Grenzwert von 0,2 Prozent nicht übersteigen. Nach dem Konsum dieser Cannabisprodukte ist es erlaubt, hinter dem Steuer zu sitzen. Hier gilt jedoch, dass Sie sich nach der Einnahme verkehrstauglich fühlen müssen. Rechtlich belangt können Sie im Falle einer Polizeikontrolle bei sicherer Fahrweise jedoch nicht werden, da nur das Fahren unter Einfluss von THC eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Was sagt die Rechtslage zu Cannabispatienten, die mit dem Auto fahren?

Cannabiskonsum und Autofahren - Wie ist die Rechtslage?Verordnet Ihnen Ihr Arzt medizinisches Cannabis, sieht die Rechtslage anders aus. Als Cannabispatient dürfen Sie laut §24a im Straßenverkehrsgesetz auch unter Einfluss von THC am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings nur dann, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen.

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf aus 2019 stützt diese Aussage. Laut des Urteils trifft das Fahrverbot nicht auf Patienten zu, die Cannabis im medizinischen Sinne verwenden. Solange die Einnahme nach ärztlichen Anweisungen und verantwortungsvoll erfolgt und keine dauerhaften Leistungsbeeinträchtigungen bestehen, dürfen Sie mit dem Auto fahren. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Ihre Grunderkrankung selbst kein Verkehrsrisiko darstellt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie unter unkontrollierten Spastiken oder einer beeinträchtigenden Übelkeit leiden.

Sollten Sie unterwegs Leistungseinbrüche und Ausfallerscheinungen bemerken, so lassen Sie das Auto lieber stehen und fahren Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter. Denn verursachen Sie einen Unfall und die Ursache ist auf Einnahme des Cannabismedikaments zurückzuführen, machen Sie sich strafbar. Geldstrafen und ein Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate können mögliche Folgen sein.

Was muss man als Patient beachten?

Vor allem in der Eingewöhnungsphase sollten Sie auf das Autofahren verzichten. Empfehlenswert ist es, eine Zeit von vier bis sechs Wochen einzuhalten. In der Anfangszeit gewöhnt sich der Körper an die Cannabisarznei und deren Wirkung. Bis Sie die Auswirkungen auf Sie und Ihre Fahrtüchtigkeit gut einschätzen können, sollten Sie daher besser das Auto stehen lassen. Dasselbe gilt für die erste Zeit nach einer gesteigerten Dosierung oder einem Sortenwechsel.

Auch wenn die Eingewöhnungsphase bereits überstanden ist: Testen Sie vor jeder Fahrt, ob Sie für die Teilnahme am Straßenverkehr bereit sind. Ist der Kreislauf in Ordnung? Wie sieht es mit der Konzentration aus? Ist die Reaktionszeit gut? Da es nach der Einnahme von medizinischem Cannabis zu spontanen und verzögerten Nebenwirkungen kommen kann, sollten Sie sich auch während der Fahrt stets gut beobachten.

Im Straßenverkehr ist es wichtig, die eigene Fahrtüchtigkeit ehrlich einzuschätzen. Sollte diese plötzlich nicht mehr gegeben sein, dürfen Sie nicht mehr fahren. Ob und in welchem Umfang Cannabisarzneimittel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, ist von Person zu Person unterschiedlich. Verlassen Sie sich daher nicht auf die Erfahrungsberichte anderer Cannabispatienten, sondern immer nur auf Ihre eigene Selbsteinschätzung.

Welcher THC-Wert ist maximal erlaubt?

Ein Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum: das ist der gesetzliche Grenzwert. Dieser ist schnell erreicht. Vor allem bei einer regelmäßigen Einnahme. Da THC im Urin mehrere Wochen nachgewiesen werden kann, ist auch bei einer sporadischen Einnahme ein positives Testergebnis möglich. Sind Sie Cannabispatient, gilt dieser Grenzwert jedoch nicht für Sie. In Ihrem Fall darf dieser überschritten werden. Zumindest, solange Sie Ihr medizinisches Cannabis wie verordnet einnehmen.

Cannabiskonsum und Autofahren - Polizeikotrolle

Was passiert, wenn die Polizei mich kontrolliert?

Sollten Sie in eine Polizeikontrolle geraten, haben Sie nichts zu befürchten. Sofern Sie sich als Cannabispatient sicher am Steuer fühlen und sich an die verordnete Dosis gehalten haben, haben Sie nichts zu befürchten. Ein direktes Erklären der Situation hilft, die Kontrolle angenehmer für beide Seiten zu gestalten und eventuell abzukürzen. Teilen Sie der Polizei mit, dass Sie Cannabispatient sind. Entsprechende Nachweise über Ihre Therapie mit Cannabis helfen den Beamten, Ihre Aussage zu verifizieren.

Welche Tipps gibt es für Cannabispatienten, die am Straßenverkehr teilnehmen?

Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll, Nachweise über die Cannabis-Behandlung mit sich zu führen. Es gibt zwar keine Pflicht zum Mitführen von Nachweisen, trotzdem helfen Sie im Falle einer Polizeikontrolle. Nur durch entsprechende Unterlagen können Polizeibeamte feststellen, ob Ihre Aussage der Wahrheit entspricht. Behaupten kann es immerhin jeder, ein Cannabispatient zu sein. Diese Dokumente machen Ihnen das Leben als Cannabispatient und Autofahrer leichter:

Keine Sorge, falls weitere rechtliche Überprüfungen erfolgen. Bekommt die Fahrerlaubeisbehörde von Ihrem Status als Cannabispatient mit, leitet diese in der Regel automatisch ein Eignungsprüfungsverfahren ein. Das soll zeigen, ob Sie auch wirklich verkehrstauglich sind. Sollte Ihnen das passieren, so brauchen Sie keine Angst zu haben. Es handelt sich dabei um eine gesetzliche Regelung, nicht um eine persönliche Verdächtigung. Die Fahrerlaubeisbehörde muss also Ihre Leistungsfähigkeit überprüfen und zumindest eine fachärztliche Begutachtung anordnen. Fühlen Sie sich daher nicht persönlich angegriffen.

Sieht die Gesetzeslage für Cannabispatienten im Straßenverkehr in jedem Bundesland gleich aus?

Ja, die Gesetzeslage ist überall gleich. Das Straßenverkehrsgesetz und die Fahrerlaubeisverordnung zählen beide zu den Bundesgesetzen. Was jedoch unterschiedlich ausfallen kann, ist der Umgang mit dem Gesetz. Manche Bundesländer setzen die Vorgaben konservativer um als andere. Das bedeutet, dass beispielsweise Verstöße unterschiedlich bestraft werden. Die Gesetze selbst sind jedoch überall dieselben.

Wann dürfen Sie mit medizinischen Cannabis Auto fahren?

Als Cannabispatient dürfen Sie aus rechtlicher Sicht Autofahren. Wichtig ist nur, dass Sie sich verkehrstauglich fühlen. Andernfalls drohen auch für Cannabispatienten Strafen, sofern es zu einem Unfall kommt. Haben Sie Ihre Fahrtüchtigkeit vor der Fahrt überprüft und fühlen sich in der Lage, sicher Auto zu fahren? Dann haben Sie deutschlandweit das Recht dazu.

Um Risiken und falsche Selbsteinschätzungen zu minimieren, sollten Sie in der Eingewöhnungsphase der Cannabis-Therapie auf das Fahren verzichten. Haben Sie sich an das Cannabispräparat gewöhnt, legen Sie am besten Nachweise über Ihre Cannabis-Therapie (Patientenausweis, Rezeptkopie, ärztliche Bescheinigung) ins Handschuhfach. Im Falle einer Polizeikontrolle können Sie so schnell nachweisen, dass Sie Cannabispatient sind und trotz THC-Einfluss am Steuer sitzen dürfen. Gute Fahrt!

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